Eingebettet in das Hochrheintal bei der Mündung der Hauensteiner Murg in den Rhein liegt die Gemeinde Murg. Infolge der Gemeindereform gehören seit dem 1. Januar 1973 die früher selbständigen Gemeinden Niederhof, Oberhof und Hänner als Ortsteile zu Murg, das jetzt 6865 Einwohner, davon 1007 Ausländer (Stand 1998) und eine Gesamtgemarkungsfläche von 2091 ha hat. Die unmittelbar nördlich von Murg, in herrlicher, terrassenförmiger Südhanglage an den Abhängen des Hotzenwaldes gelegenen Ortsteile Murg-Niederhof, Murg-Oberhof und Murg-Hänner - wie Murg selbst - eine Jahrhunderte lange, traditionsreiche Geschichte. Politisch gehörten diese vier Ortsteile bereits früher einmal in der damaligen Hauensteinischen Grafschaft - Einung Murg" des vorderösterreichischen Herrschaftsgebietes zusammen.
Funde aus der Altsteinzeit und der römischen Zeit beweisen, dass hier schon früh Menschen gesiedelt haben. Im 5. und 6. Jahrhundert gaben dann die Alemannen, die hier sesshaft wurden, dem Dorf das Gepräge.
Die Entwicklung der Gemeinde
Die ersten urkundlichen Erwähnungen fallen in das 13. Jahrhundert. Murg wird im Jahre 1260 erstmals in Verbindung mit einem Conradus cellerarius dictus de Murgon" genannt. Viele Jahrhunderte hindurch bestanden enge Wechselbeziehungen zwischen Murg und den damals noch selbständigen gemeinden Niederhof, Oberhof und Hänner mit dem Stift Säckingen, das hier ausgedehnte Besitzungen hatte. Enge Beziehungen bestanden vor allem mit dem Hotzenwald, denn Murg, das als Einung dem Bund der acht Hauensteiner Einungen angehörte, umfasste als solche die Ortschaften Murg, Binzgen, Diegeringer Mühle, Niederhof, Oberhof, Thimoos, Zechenwihl, Rhina, Hänner und Harpolingen. Aus den Pfarrbüchern ist zu entnehmen, dass die zahlreichen Kriege, Hungersnöte, besonders aber der 30-jährige Krieg und die Erbfolgekriege ihre Spuren in Murg hinterlassen haben. Bei diesen Kriegen spielte die Befestigungsanlage Schanze vom Rothaus" eine wichtige Rolle. Obwohl das gewerbliche Leben in Murg schon im Mittelalter sehr rege war (bedeutende Hammerwerke), kam die eigentliche Entwicklung erst mit der Eisenbahn, die 1855 von Basel nach Waldshut durch Murg geführt wurde. Mit dem Jahre 1856/57 fasste die Industrie mit der Niederlassung des Textilbetriebes Hüssy & Künzli" festen Fuß, die viele Jahre hindurch die Entwicklung der Gemeinde wesentlich beeinflusste.
Die wirtschaftlichen und verkehrsmäßigen Bindungen zwischen den vier Ortsteilen sind nicht erst seit der aufgezwungenen Gebietsreform entstanden. Mit dem Bau der Straße durch das romantische Murgtal von Murg nach Hottingen in den Jahren 1867 bis 1869 wurde der Hotzenwald an den Hochrheinverkehr angeschlossen. Als vor rund 70 Jahren die jetzige Landstraße Nr. 151 fertiggestellt wurde, bildete Murg wirtschaftlich und verkehrsmäßig das natürliche Tor zum vorderen Hotzenwald; die vier Ortschaften Murg, Niederhof, Oberhof und Hänner waren noch enger miteinander verbunden worden. Bereits seit dem Jahre 1935 hatten diese vier Ortschaften eine gemeinsame Wasserversorgung. Zwei Jahre vor der Bildung der Einheitsgemeinde schlossen sich die vier damals selbständigen Gemeinden zu einem Abwasserzweckverband zusammen.
Murg heute
Heute ist die Gemeinde Murg aufgrund einer weitsichtigen Planung zu einem Gemeindewesen gewachsen, das, gemessen an seiner Größe, bei den öffentlichen Einrichtungen, im sportlichen und kulturellen Bereich und im Bereich der öffentlichen und privaten Dienstleistungen Überdurchschnittliches zu bieten hat.
Die früher in allen Ortsteilen überwiegende landwirtschaftliche Struktur ist nur noch in den Ortsteilen Murg-Oberhof und Murg-Hänner vorhanden. Das Handwerk und Gewerbe, aber auch Industriebetriebe haben Murg zu einer modernen Industrie- und Wohngemeinde werden lassen. Die verkehrsmäßig günstige Lage an der Bahnlinie Basel - Konstanz, an der B34 im Hochrheintal, sowie durch die Verbindungen nach Norden hin in den Schwarzwald, ist für die Ansiedlung von Produktions-, Handwerks- und Handelsbetrieben ebenso vorteilhaft wie für das Wohnen in unserer reizvollen Landschaft.
In allen vier Ortsteilen sind in den letzten 25 bis 35 Jahren in herrlicher Südhanglage Wohngebiete erschlossen worden. Außerdem stehen in Murg und in den Ortsteilen Flächen für Gewerbeansiedlungen bereit.
Wenngleich die Gemeinde Murg keinen Kurbetrieb unterhält, so hat sie doch verschiedene, sehr interessante Naherholungsprojekte anzubieten. Anziehungspunkt für viele Wander- und Heimatfreunde aus nah und fern bildet immer wieder die wildromantische, enge Murgtalschlucht mit der restaurierten Burgruine Wieladingen mit den zahlreichen Felsenklüften, Tunnels und Wasserfällen. Das Hochplateau der Thimoshöhe mit seinen Weihern in Murg-Oberhof und das umfangreiche Waldgebiet in Murg-Hänner mit schönen, sehr bequemen Waldwegen und die Waldparkplätze mit Grilleinrichtungen in allen Ortsteilen laden zum Wandern, Rasten und Erholen ein.
Heinz-Jörg Küspert, Rainer Rittmann