Mehun-sur-Yèvre
Murg’s Partnerstadt in Frankreich
Fotos

 

Die Partnerstadt der Gemeinde Murg ist seit 1982 die Kleinstadt Mehun-sur-Yèvre.

 

Geographische Lage und Geschichte

Mehun-sur-Yèvre liegt im Herzen Frankreichs, nahe bei Bourges im Departement Du Cher. Je nachdem, welche Fahrtroute man wählt, erreicht man Mehun-sur-Yèvre von Murg aus nach 550 bis 600 km. Die Eiligen benutzen so weit wie möglich die Autobahn über Mulhouse, Beaune, dann Richtung Paris bis Avallon. Von dort fährt man über die Landstraßen an einem bedeutenden Denkmal romanischer Baukunst vorbei, der Basilika von Vézelay, über La Charitésur-Loire nach Bourges und Mehun-sur-Yèvre.

Wer etwas mehr Zeit investieren kann, verlässt in Beaune die Autobahn. Er genießt die Landschaft, in der die herrlichen Burgunder-Weine der Côte de Beaune wachsen. Er fährt durch die alte Römersiedlung Autun, durch das Morvan-Gebirge und überquert bei Nevers die Loire, um dann über Bourges Mehun-sur-Yèvre zu erreichen.

Mehun-sur-Yèvre ist ein kleines Ständchen, das etwa 7.500 Einwohner zählt und eine bedeutende Vergangenheit besitzt. Der ursprüngliche Name „Magdunum" zeugt von gallischer Herkunft: „magnos = Markt und „dunum" = Festung. Dies weist auf zweierlei hin: Erstens die geographische Lage am Zusammenfluss des Yèvre und des Annain, sowie die Kreuzung zweier militär-strategisch wichtiger Handelswege (Chaussée de César und d’Empéreur Aurélien) begründete die wirtschaftliche Blüte der Siedlung in gallo-romanischer Zeit.

Zweitens diese strategisch bedeutsame Situation bedurfte des militärischen Schutzes. Diesem Schutzbedürfnis entsprach in einzigartiger Weise die geologische Gegebenheit eines vom Fluss steil aufragenden Kalksteinfelsens. Dieser diente als optimale Voraussetzung für eine Festungsanlage.

 

Ende des 14. Jahrhunderts errichtete der Duc Jean de Berry, den man auch den „Prächtigen" nennt, auf den Grundmauern der Festung ein herrliches Schloss. Das Schloss wurde insbesonders von Karl VII., König von Frankreich, bewohnt. Er verlieh dort im Jahre 1429 den Adelsbrief an Jeanne d’Arc, Jungfrau von Orléans.

 

In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts begann der Niedergang des Schlosses, nachdem es durch Blitzschlag unbewohnbar geworden war.

 

Weitere historische Sehenswürdigkeiten sind unter anderem neben der Schlossruine die Stiftskirche aus dem 11. Jahrhundert, das Stadttor mit dem Glockenturm aus dem beginnenden 13. Jahrhundert, Reste der alten Stadtmauern, die historische „Brune"-Mühle und das Herrenhaus von Karl VII.

 

Landwirtschaft und Industrie heute

Heute wird das wirtschaftliche Geschehen von Mehun-sur-Yèvre durch verschiedene Industriezweige bestimmt. Eine international bedeutsame Porzellanherstellung und -malerei, ein Betrieb der Kabelindustrie, eine Leinwandfabrikation und verschiedene Betriebe mit Herstellung von Werkzeugen und Automaten.

 

Infrastruktur

 

Die Ausstattung mit Sozial-, Kultur- und Sporteinrichtungen ist beispielhaft und wirkt sich förderlich auf die zahlreich vorhandenen Vereine und Organisationen aus. Das Vorschul- und Schulangebot umfasst Kindergarten, Primar- und Sekundarschule mit dem Angebot von Fremdsprachen wie Deutsch, Englisch, Spanisch und Portugiesisch.

 

Partnerschaft im Judo

 

Die Partnerschaft mit den Judoka aus Bad Säckingen wurde durch den damaligen Bürgermeister der Gemeinde Murg im Frühjahr 1982 in die Wege geleitet. Herr Walter Honer, Bürgermeister von Murg, wandte sich an die Judoka von Ba Säckingen mit der Bitte um Unterstützung bei der Verschwisterung mit den Judoka aus Mehun-sur-Yèvre, da in der Gemeinde Murg kein Judo-Club vertreten war. Dieses Angebot wurde dankend angenommen, da die Partnerstädte von Bad Säckingen bis dahin keine Resonanz auf verschiedene Anfragen der Judoka in dieser Richtung an die Trompeterstädter gezeigt hatten.

 

So wurde anlässlich des ersten Treffens am 4. und 5. September 1982 mit der französischen Delegation in Murg gleich der Besuch der Bad Säckinger Judoka in Mehun-sur-Yèvre vereinbart. Vom 11. bis 13. November 1982 konnten die Bad Säckinger Judoka die französische Gastfreundschaft zum ersten Mal genießen. Diesem Besuch, bei dem neue Freundschaften geknüpft worden sind, folgten weitere. Vom 25. bis 27. Mai 1984 der erste Gegenbesuch in Murg, vom 17. bis 20. April 1987 in Mehun-sur-Yèvre, vom 27. bis 30. Oktober 1988 in Murg, vom 30. März bis 1. April 1991 in Mehun-sur-Yèvre, vom bis in Murg und vom bis in Mehun-sur-Yèvre. Nebenbei erfolgten in den vergangenen Jahren noch etliche private Besuche bei den Freunden in Murg und Mehun-sur-Yèvre. Die Judoka aus der Partnerstadt nehmen seit Jahren erfolgreich bei den Internationalen Trompeterturnieren in Murg teil. Aber auch bei der „Challenge", eine Art „Spiel ohne Grenzen" im Juni 1987 in Mehun-sur-Yèvre und 1991 in Murg mischten die Judoka aus beiden Partnerstädten kräftig mit und sammelten Punkte. Aber nicht der Sieg war wichtig, sondern das Dabeisein und die Freundschaft.

 

Heinz-Jörg Küspert, Rainer Rittmann

Fotos aus der Partnerstadt