Sportjugend Simultanaustausch
1998
mit Japan

 

Die BSJ konnte im letzten Jahr zusammen mit der DSJ den 25. Sportjugend Simultanaustausch feiern.

25 Jahre, eine lange Zeit. Viele Anläufe hat es gegeben, bis die heutige Organisation stand. Neben Ideen umsetzen, die finanzielle Lage oder die personelle Seite zu klären gab es noch einen ganz wichtigen Punkt zu erledigen. Es mußte zuerst eine beidseitige Sportjugendorganisation geschaffen werden, die gab es in Japan nämlich nicht, denn dort wurde und wird auch heute noch der Sport unter der Leitung der Schulen und der Firmen betrieben.

Aber die gefundene Lösung mit der Gründung der JJSA kann als sehr gelungen bezeichnet werden, die sich in den vergangenen 25 Jahren bestens bewährt hat.

25 Jahre, in dieser Zeit sind mehr als 3 000 Jugendliche in das Land der aufgehenden Sonne gereist und genauso viele japanische Jugendliche sind zu uns gekommen.

25 Jahre rückblickend, eine gelungene Sache, aber soll man nun weitere 25 Jahre in der Zukunft in Betracht ziehen? Man muß sich diese Frage stellen unter den neuen Gesichtspunkten, wie:

Lohnt es sich überhaupt noch für unsere „Null Bock" Jugend derartige Projekte zu planen?

Lohnt es sich überhaupt in unserer heutigen, schnellebigen Zeit, was heute noch in ist, ist morgen out?

Lohnt es sich überhaupt, wenn jeder Jugendliche Internetanschluß hat und mit der ganzen Welt kostengünstig und problemlos surfen und dabei weltweit Kontakte knüpfen kann?

Ich glaube schon! Wenn man sieht und erlebt, mit welchem Eifer, Elan und Enthusiasmus die Jugendlichen bereit sind, ihre dick gefüllten Terminkalender umzustellen damit noch Platz frei wird für so eine Reise und für die damit verbundenen, sehr wichtigen Vorbereitungstreffen. Letztere sind unbedingt nötig, wenn man fast 4 Wochen lang seine Heimat, sein Leben, seinen Kulturkreis und seinen Sport in einem anderen Land vertreten will. 4 Wochen lang Rücksichtnahme auf die anderen Teilnehmer der Gruppe und seine eigenen egoistischen Wünsche hinten anstellen. Änderung der normalen, eigenen, gewohnten Lebenseinstellung, ein unverzichtbarer Lernprozess, denn nur so kann ein reibungsloser Ablauf einer solchen Gruppenreise funktionieren.

Sicherlich läuft nicht alles so ab, wie man sich als Erwachsener das gerne wünscht. Aber mit all der Bereitschaft und trotz ihren Ecken und Kanten, die die Jugend heute mitbringt, muß man sich als Dachorganisation der größten Jugendvereinigung sagen, es lohnt sich.

Es lohnt sich, dass wir weitermachen.

Es lohnt sich, dass wir jungen Menschen ein einmaliges, kostengünstiges Erlebnis bieten und mit auf den Weg geben, von dem sie noch lange zehren können.

Es lohnt sich, denn die Jugend kann dadurch neue Erkenntnisse und Perspektiven erfahren.

 

Sigrid Rittmann, Stellv. Vorsitzender der BSJ