Geschichte

Judo in Bad Säckingen

Am Dienstag, den 16. Februar 1960 war in der alten Turnhalle der Hindenburgschule die Geburtsstunde des Bad Säckinger Judo-Clubs. Hans Brändlin (25) und Träger des 2.Kyu-Grades (Blaugurt) führte auf normalen Turnermatten vor etwa zehn Teilnehmern Judo vor, weitere zwanzig waren zum Kiebitzen gekommen. Als erfahrener Kämpfer, Hans Brändlin war fünf Jahre bei der Fremdenlegion gewesen und hatte dort Judo im Kawaishi-Stil gelernt, baute er die neue Abteilung im Turnverein Bad Säckingen 1881 e.V. auf. Die Abteilung nannte sich 1. JUDO-CLUB „Kawaishi“ SÄCKINGEN.

Bereits Ende 1960 hatte die junge Abteilung 30 Mitglieder und die ersten Kontakte zu Vereinen der Nachbarschaft wurden geknüpft. Im März 1961 führte die Abteilung die Südbadischen Mannschaftsmeisterschaften in Bad Säckingen durch und es kamen Villingen, Lörrach, Freiburg und Konstanz, die vor etwa 200 Zuschauern in der A und B-Klasse kämpften. Die Bad Säckinger Judokas wurden Letzte, aber an Erfahrung reicher. 1963 wurden sie dann schon in der B-Klasse bei den Südbadischen in Konstanz Dritte. 1967 konnte die Mannschaftsmeisterschaft des Kreises A in Bad Säckingen ausgerichtet werden. Albbruck, Konstanz, Tiengen und Villingen waren am Start und Bad Säckingen belegte nach einer 1:6 Niederlage gegen den neuen Kreismeister Villingen den 2. Platz. In der Mannschaft kämpften Orthmeier, John, Erich Kübler, Herz, Egle, Heinz Kübler und Jarau. Zu dieser Zeit hatte die Abteilung bereits etwa 100 Mitglieder. Man trainierte montags und freitags von 18:00 bis 20:00 Uhr bei den Schülern und von 20:00 bis 22:00 Uhr bei den Senioren. Dienstags waren die Mädchen und mittwochs die Jugend auf der Matte.

1969 kämpften erstmals Mädchen gegen Freiburg, Lörrach und Überlingen. Die Schüler besiegten die südbadische Spitzenmannschaft Freiburg mit 9:7. Die Senioren qualifizierten sich in der neu geschaffenen Judoliga für die Teilnahme bei den süddeutschen Meisterschaften in Regensburg.

1970 hatte die Abteilung 130 Mitglieder und es mußte vorübergehend eine Aufnahmesperre eingeführt werden. Bei den Schüler Einzelmeisterschaften in Tiengen gingen von 28 Urkunden elf nach Bad Säckingen. Die Südbadische Einzelmeisterschaft der Senioren wurde in Bad Säckingen durchgeführt. 38 Kämpfer in fünf Gewichtsklassen kämpften erstmals auf einer Kampffläche von 8×8 Metern.

Besonders in den Jahren 1968 bis 1974 hatten die Abteilung eine ausgezeichnete Jugend- und Seniorenarbeit und die Judokämpfer aus der Trompeterstadt hatten dadurch große Erfolge hin bis zur Teilnahme bei den Süddeutschen Meisterschaften.

Nachdem der Abteilungsleiter Bruno Koch sein Amt niedergelegt hatte gingen nicht nur die Erfolge der Bad Säckinger Judokas zurück. 1976 konnte nur knapp eine Auflösung der Abteilung verhindert werden und auch eine Übernahme vom FC 08 Bad Säckingen wurde abgelehnt. Die neue Abteilungsleitung mit Hanno Brüderich und Kassier Helmut Weindl versuchte die Abteilung aus dem Tief herauszuführen, aber bereits nach einem Jahr wurde die Führung erneut gewechselt und Mitte 1978 war die Abteilung wieder ohne Leitung, lediglich die Kasse wurde von Helmut Weindl weiter geführt. Ihm ist es auch zu verdanken, daß in der Zeit von 1976 bis 1978 keine Auflösung erfolgte. Ende 1978 übernahmen Rainer Rittmann und Meinrad Sigwarth kommissarisch die Judoabteilung des TV Bad Säckingen von 1881 e.V.

1979 konnte Axel Heckmann den 3. Platz bei den Südbadischen Einzelmeisterschaften der Jugend B erringen. Die Mannschaft der Jugend C und B gewann erstmals den Kreispokal in Lörrach. 1980 kamen Peter Hollatz, Christian Meisel und Ralf Leykum bei den Südbadischen Einzelmeisterschaften der Senioren jeweils auf den 3. Platz und Jörg Rittmann wurde bei der Jugend C Südbadischer Meister. Beim 1. Internationalen Trompeterturnier in Bad Säckingen-Wallbach holten sich die Judokas aus der Trompeterstadt mit 38 Punkten den Gesamtsieg. Von nun an konnte an die alten Erfolge angeknüpft werden und bald schon wurden sie weit übertroffen.

Die Judoabteilung wuchs in den folgenden Jahren auf 200 Mitglieder heran und war 1992 die zweitgrößte Abteilung im TV Bad Säckingen. Die Bad Säckinger Judokas erreichten Plazierungen bei Süddeutschen, Deutschen und Internationalen Deutschen Meisterschaften, wurden ins Landes- und Bundeskader nominiert und Bad Säckingen wurde Fördergruppenstützpunkt des Badischen Judo-Verbandes. 1989 wurde für den Deutschen Judo-Bund die Internationale Deutsche Meisterschaft der Frauen U19 mit 248 Teilnehmern aus 10 Nationen in der Murgtalhalle ausgerichtet. Das bereits 17 Mal ausgeschriebene Internationale Trompeterturnier hat in den vergangenen 17 Jahren 10.850 Judokas aus 18 Nationen nach Murg in die Murgtalhalle geführt.

1980 wurde AIKIDO als weiter Unterabteilung aufgenommen und 1981 wurden Ju-Jutsu Lehrgänge nach Bad Säckingen geholt und von 1983 bis 1987 wurde Ju-Jutsu in Bad Säckingen trainiert.

Seit 1992 werden jährlich zwei Kurs für „Selbstverteidigung für Frauen“ angeboten. Dafür wurde ein spezieller Schutzanzug für den Trainer angeschafft, damit die Frauen und Mädchen wirklichkeitsnahe trainieren können.

1993 löste sich die Abteilung aus dem TV Bad Säckingen und wurde unter dem Namen „JUDO-CLUB KAWAISHI BAD SÄCKINGEN“ ein selbständiger eingetragener Verein.

1994 wurde eine KENDO-Gruppe gegründet, die sich aber Ende 1996 wieder auflöste, da zu wenig Interesse vorhanden war.

Heute betreut der JUDO-CLUB KAWAISHI BAD SÄCKINGEN e.V. über 150 Kinder, Jugendliche und Erwachsene, wobei über 75% Kinder und Jugendliche sind. Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Behinderungen (u.a. verhaltensauffällig) nehmen ebenfalls am Training teil. Trainiert wird täglich in bis zu drei Gruppen im Gymnastikraum II des Scheffel Gymnasiums Bad Säckingen. Betreut und ausgebildet werden die Judoka von lizenzierten Übungsleitern.

Neben dem Trainingsbetrieb gibt es reichhaltiges Freizeitangebot wie Wandertage, Ferienlager und weitere der Jahreszeit entsprechende Maßnahmen.